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Der Lumbda auf der Spur

30.11.2006

NAJU Staufenberg

Der Lumda auf der Spur
Eine Exkursion mit Volker Hess am 25.11.2006


Wir haben erfahren, dass der Lauf der Lumda zwischen Mainzlar und Daubringen nicht immer so gerade war wie heute. Volker Hess, Johannas Vater, hat uns alte Karten und Zeitungsberichte zur Verfügung gestellt. Und weil sich Volker so gut mit der Ortsgeschichte auskennt, hat er sogar noch eine Exkursion mit uns gemacht:

Wir starten bei der Roten Mühle zwischen Daubringen und Mainzlar. Die Rote Mühle hat ihren Namen durch ihren früheren Besitzer erhalten, der mit Nachnamen „Rot“ hieß.
Volker hat alte Karten von 1840 und 1907 dabei und zeigt uns auf der Karte von 1840, dass die Lumda zu dieser Zeit einen anderen Lauf hatte. Die Lumda mäandrierte damals in leichten Schlingen durch das Lumdatal.

Es gab in historischer Zeit zwei größere Begradigungsmaßnahmen an der Lumda: Die erste nachweisliche Begradigung um 1907 (dazu gibt es alte Zeitungsberichte) und eine Eindämmung nach dem Hochwasser von 1966. Zu dieser Zeit wurde auch der Lauf der Lumda von der Daubringer Mühle weg verlegt.
Wir laufen weiter auf dem Damm beim Wehr vor der Daubringer Brücke, welcher erst in den 70’er Jahren aus Gründen des Hochwasserschutzes entstanden ist. Ein Wehr (auch „Stauwehr“ genannt) ist eine Stauanlage, die zeitweise überströmt oder durchströmt werden kann.
Wir gehen weiter und werfen einen Blick in den Hof der ehemaligen Daubringer Mühle, deren Besitzer früher die Familie Schäfer war. Über diesen Hof floss von der Lumda aus ein Mühlgraben, ein großes Mühlrad stand direkt vor dem Haus. Die Familie Schäfer hatte ein wunderschönes Anwesen, die Fassade war mit dem seltenen Kratzputz versehen. Auf den Bildern sieht man das Anwesen der Mühle von 1904 und von heute (2006).
Wir kommen bei der Daubringer Brücke an. Brücken gab es früher nicht überall, meist gab es lediglich eine Furt. Als „Furt“ bezeichnet man eine flache Stelle in einem Bach oder Flusslauf, welche man zu Fuß oder mit Fahrzeugen überqueren kann.
Wir laufen an Daubringen vorbei und kommen zu einer Wiese direkt neben dem Radweg an der Lumda, die den Flurnamen „Im Bruch“ besitzt. Früher war hier ein Sumpfgebiet (welches auch „Bruch“ genannt wurde). In Daubringen gab es viele Sumpfgebiete (z.B. im Daubringer Wald hinter der heutigen Erlenstraße), wo bis Mitte des 19. Jahrhunderts noch guter Torf abgebaut wurde.
Als wir uns die Lumda etwas genauer angeschaut haben ist uns aufgefallen, dass an einigen Stellen vom Ufer Pfähle und große Steine zu erkennen sind. Volker erzählt uns, dass dies alte Uferbefestigungen sind, die aber nun nicht mehr erneuert werden. Ziel des Wasserverbandes Lumdatal (die für die Belange der Lumda zuständig sind) ist es, dass sich die Lumda in diesem Abschnitt wieder frei bewegen und ihren Lauf selber verändern darf.
Wir gehen weiter auf dem Radweg an der Lumda entlang und biegen bei der Autobahnbrücke rechts zu den ausgedehnten Wiesen ab. Hier zeigt uns Volker an Geländeerhebungen und –senken, wo wahrscheinlich mal die Lumda geflossen ist. Auf dem Bild stehen dann doch tatsächlich alle im alten Lumdalauf!

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